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Gleichstellung

SPD-Flyer Gleichstellung

Gleichberechtigung haben wir erreicht, wahre Gleichstellung aber noch nicht. Dabei hängt viel davon ab, ob es uns gelingt, unsere Gesellschaft so zu organisieren, dass Frauen und Männer gleichgestellt sind.
Aufgabe der Politik ist es, konkrete Vorschläge, aber auch Zukunftsvisionen für die Gestaltung eines gesellschaftlichen Umfeldes zu entwickeln, die Frauen und Männern gleichermaßen gerecht werden und deren Lebens- und Arbeitsbedingungen berücksichtigen.
Noch stehen - auch in Hamburg - Diskriminierungen den Lebensentwürfen von Frauen, aber auch Männern entgegen. Ein nachhaltiges und ressortübergreifendes Konzept zur Gleichstellung und eine entsprechende (Um-)Steuerung der Ressourcen sind überfällig. Familienpolitik allein wird es nicht richten.

FRAUEN:
Noch immer verdienen Frauen bei gleicher Qualifikation, gleicher Beschäftigung und Vollzeit sehr viel weniger als Männer. Noch immer ist der Prozentsatz der Frauen in den Aufsichtsräten und in den Vorständen verschwindend gering - auch in Hamburg, auch bei Unternehmen, die der Stadt gehören oder an denen sie beteiligt ist. Noch immer ist der Anteil der Frauen unter den Hochschulprofessoren bei uns so gering, dass wir von anderen Ländern wie ein Kuriositätenkabinett betrachtet werden - wer verzichtet sonst schon freiwillig auf so viel hochkarätiges Potenzial? Und Jahr für Jahr ballen sich die Mädchen wieder in den gleichen zehn Ausbildungsberufen, die standardmäßig auf niedriges Einkommen, ungünstige (mit Familie nicht zu vereinbarende) Arbeitszeiten und wenig Zukunftsperspektive hinauslaufen.
Alleinerziehende - immer noch überwiegend Frauen - haben, vor allem wenn sie ohne Schulabschluss, ohne Ausbildung oder arbeitslos sind, die schlechtesten Chancen.
Noch ganz ohne Lobby: pflegende Frauen. Mit dem demografischen Wandel wird der Druck auf die Frauen steigen, weiterhin der traditionellen Rolle nachzukommen und - häufig kurz nachdem die Kinder aus dem Haus sind - die Versorgung der (Schwieger-)Eltern zu übernehmen. Eigene Entwicklungsmöglichkeiten müssen dann wieder hintenan gestellt werden, eigene Versorgungsansprüche können die Frauen kaum erwerben. Die finanzielle Lage im Alter wird, z.B. bei Trennung/Scheidung, prekär.

MÄNNER:
Gleichstellungspolitik heißt aber mehr als Frauenpolitik. Das traditionelle Männerbild hat zwar ausgedient, aber noch sind die neuen Männer und Väter rar. Vor allem Jungs sind derzeit die Verlierer. Viel wäre gewonnen, wenn es gelänge, auch Männer für nicht traditionell männlichen Berufsfelder wie die Pflege- und Erziehungsberufe zu gewinnen.
Erst dem Ende der ZuverdienerInnen-Ehe wird es endgültig gelingen, sich von der traditionellen Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen, die noch in den meisten Partnerschaften vorherrscht, zu verabschieden, und damit auch die Männer aus der vorherrschenden finanziellen Hauptverantwortung für die Familie zu entlasten.

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