Kultur und Politik in Hamburg
Nach der Wahl ging es gleich los - viele Gesprächs- und Besuchstermine stand für mich als frisch gewählte kulturpolitische Sprecherin meiner Fraktion an. Einerseits ging es natürlich um das gegenseitige Kennenlernen, andererseits warfen die Haushaltsberatungen bereits ihre Schatten voraus: Alle wollten mir gerne mitgeben, wie sehr eine Neu- oder Weiterförderung gebraucht bzw. eine Erhöhung derselben dringend erforderlich sei. Und gleichzeitig wollte ich alles an Veranstaltungen mitnehmen, was nur möglich war - vom Konzert über den Kongress, die Theaterstücke bis zu.... - alles eben!
Wir hatten ja im Wahlkampf versprochen, “die Abwärtsspirale Hamburgs als Kulturmetropole zu stoppen und den Negativ-Trend von Kürzungen, Streichungen und Schließungen wieder umzukehren” – und genau das haben wir jetzt auch mit dem vorliegenden Haushalt gemacht: Flaggschiffe wie das Deutsche Schauspielhaus, die Privattheater, die Öffentlichen Bücherhallen und die historischen Museen wurden von den Konsolidierungsverpflichtungen entlastet, die Schwarz-Grün noch vorgesehen hatte. Die Museen, insbesondere natürlich das Altonaer Museum! - bleiben erhalten und wir übertragen ihnen zusätzlich eine Million Euro aus dem Sonderausstellungsfonds für mehr eigenen Planungsspielraum (vgl. Antrag Hamburg 2020: Fortentwicklung der Stiftung Historische Museen Hamburg - Fonds für Ausstellungen und Museen). Die Renovierung der Bühnenmaschinerie des Schauspielhauses ist ebenfalls gesichert und die Bücherhallen müssen nicht über weitere Schließungen nachdenken. Insgesamt haben wir damit im Kulturbereich Kürzungsvorhaben 4,7 Millionen Euro rückgängig gemacht!
Nichtsdestotrotz ist es uns nicht gelungen, alle Löcher zu stopfen, die sich bei genauerer Betrachtung der Hinterlassenschaften von Schwarz-Grün auftaten. Viele bereits angekündigten oder versprochenen Wohltaten hatte der Vorgängersenat nämlich nicht im Haushaltsentwurf abgebildet. Im Bereich Freies Theater ebenso wie im Jazzbereich haben wir erste Schritte unternommen. Und Investitionsstaus der letzten Jahre lassen sich auch nicht auf einen Schlag beheben. Aber wir haben uns auf den Weg gemacht - siehe unseren Antrag zur Nicolaikriche!!


