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Gedenkstätten, Orte der Erinnerung und mehr

Deserteurdenkmal - Entwurf

Deserteurdenkmal - Entwurf

Gestaltungswettbewerb

Der Hamburger Künstler Volker Lang soll „Gedenkort für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz“ realisieren. Die Bürgerschaft hatte im Juni 2012 einstimmig beschlossen, ein Deserteurdenkmal zu errichten. Mit dem Konzept von Volker Lang wurde eine überzeugende Idee gefunden die zur späten Rehabilitation der Deserteure und anderer Opfer der NS-Militärjustiz beiträgt: Zwei der drei Wände werden aus bronzenen Schriftgittern gebildet. Eine gefaltete geschlossene Wand schließt den Raum zum Dammtordamm ab. Die Texte sind dem Werk „Deutschland 1944“ von Helmut Heißenbüttel entnommen, das auch als Audioinstallation zu hören ist. Die historischen Informationen zum Gedenkort für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz werden als Schrift auf der gefalteten Betonwand angebracht. Mit dem Deserteurdenkmal soll ein wichtiges politisches Zeichen für Zivilcourage und Gerechtigkeit gesetzt und junge Leute dazu ermutigt werden, für ihre Überzeugung einzutreten. Die Fertigstellung des Gedenkortes ist für 2015 geplant.

Sanierung des Mahnmals St. Nikolai

In 2013 jährt sich die Operation Gomorrha, der auch die ehemalige Hauptkirche St. Nikolai weitgehend zum Opfer fiel, zum 70. Mal. Auch in Hinblick auf dieses Datum hatte die Bürgerschaft Ende 2011 auf Antrag der SPD-Fraktion bereits 700.000 EUR aus dem Sanierungsfonds für ein Schadensgutachten zum Mahnmal zur Verfügung gestellt. In der Zwischenzeit hat der Senat nun in seinem Bericht dargelegt, dass sich die Kosten für eine Instandsetzung insgesamt auf 15,25 Mio belaufen werden. Davon wird der Bund knapp die Hälfte übernehmen. Auf Beschluss der Bürgerschaft (20/9101) werden die restlichen 7,25 Mio ebenfalls aus dem Sanierungsfonds zur Verfügung gestellt.
Im Gewölbe wurde am 1. September, zum Jahrestag des Kriegsbeginns 1939, eine Dauerausstellung zum Luftkrieg eröffnet, die unterschiedliche Aspekte wie z.B. auch Hamburgs Rolle als Wehrmachtsstandort mitbeleuchtet.

Besichtigung Mahnmal St. Nikolai

Besichtigung Mahnmal St. Nikolai

Realisierung eines Deserteurdenkmals

In Umsetzung des bürgerschaftlichen Beschlusses zur Realisierung des Projektes „Deserteursdenkmal für die Opfer der NS-Wehrmachtsjustiz“ vom Juni 2012 (Drs. 20/4467) wurde nach Beratung ein Beirat gebildet mit VertreterInnen der politischen Parteien, der Wissenschaft, der Kunst und Architektur und den Verbänden, dem ich selbst auch angehörte und der dreimal getagt hat. Aufgabe des Beirats war, verbindliche Kriterien für das Projekt und die Ausschreibungsbedingungen festzulegen. Des Weiteren wurden 130.000 EUR für den Wettbewerb und 600.000 EUR für die Realisierung bereit gestellt.
Die KZ-Gedenkstätte Neuengamme konzipierte in dem Zusammenhang eine Ausstellung mit dem Titel „Deserteure und andere Verfolgte der NS-Militärjustiz: Die Wehrmachtgerichtsbarkeit in Hamburg“, die im Januar 2013 in der Rathausdiele zu sehen war.

Militärjustiz

Militärjustiz

Deserteursdenkmal?

Eine Expertinnen- und Expertenanhörung des Kulturausschusses im April 2012 hat gezeigt, dass eine gründliche politische Aufarbeitung der Thematik der Deserteure im Zweiten Weltkrieg und der Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz insgesamt noch aussteht. Die Geschichte der mit 15 Kriegsgerichten, dem Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis in Altona, den Hinrichtungsstätten auf dem Wehrmachtsschießplatz Höltigbaum in Rahlstedt sowie im Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis bedeutenden Hamburger Wehrmachtsjustiz samt ihrer Opfer ist bisher wenig erforscht. Alle ‚Fahnenflüchtigen’ galten lange Zeit pauschal als „Vaterlandsverräter“ und wurden nicht als Opfer des NS-Regimes anerkannt.

Erinnerungsort Lohseplatz

alte Plakete des Lohseplatzes und Eingang zum Ausstellungszelt

Loseplatzplakette

(Foto: Wiedemann)

Im April wurde am Lohseplatz in der Hafencity die Ausstellung: „In den Tod geschickt. Die Deportationen von Juden, Roma und Sinti aus Hamburg 1940 bis 1945“ wiedereröffnet. Diese Ausstellung befasst sich mit der Verschleppung von Hamburgerinnen und Hamburger in die Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager in Osteuropa und im Baltikum. Über 7700 jüdische, sinti- und romanische Mitbürgerinnen und Mitbürger wurden so deportiert - die meisten kehrten nicht zurück. Mit der Ausstellung am Lohseplatz schließt sich ein Kreis, denn genau hier, am ehemaligen Hannoverschen Bahnhof, wurden die Verschleppten gesammelt und unter katastrophalen Zuständen ins Ungewisse verschickt. Im Zuge der Neugestaltung werden markante Punkte wieder sichtbar gemacht, wie z.B. die Gleise des Bahnhofes und noch existierende Orte wie der Fruchtschuppen C, in dem 900 Sinti und Roma 5 Tage lang eingepfercht waren. Ende 2015 soll das gesamte Bauprojekt abgeschlossen sein.
Ich bin froh, dass sich Hamburg seiner Verantwortung stellt und an diesem historischen Ort ein Erinnerungs- und Lernzentrum realisiert, um aus dem Blick zurück in die Vergangenheit auch Handlungsmaxime für Gegenwart und Zukunft ziehen zu können.

Alle Fraktionen sind sich darin einig, dass hier Handlungsedarf besteht. Die SPD-Fraktion hat daher auf der Mai-Sitzung des Kulturausschusses eine interfraktionelle Initiative angeregt. Der Antrag wurde auf der letzten Sitzung vor der Sommerpause am 14. Juni einstimmig beschlossen.

B. Duden bei der Gedenkfeier Bullenhuser Damm

B. Duden bei der Gedenkfeier Bullenhuser Damm

Erinnerungskultur

"Erinnern ist kein einmaliger Akt, sondern ein notwendiger kontinuierlicher Prozess, bei dem es darum geht, besonders die jeweils nachwachsende Generation anzusprechen und zu beteiligen. Die Stätten der Erinnerung sollen in diesem Prozess zu einem Ort kontinuierlichen Lernens werden und dazu beitragen, dass sich Unrecht nicht wiederholt und die Fundamente der Demokratie stabil bleiben."
So heißt es im Text einer Großen Anfrage der SPD-Fraktion aus dem Jahre 2004 - in Vorbereitung auf den 60. Jahrestag der Befreiung. In Hamburg gibt es mittlerweile über 75 Gedenkstätten. Viele Ausstellungen zum Thema fanden und finden statt - z.B. in der Rathausdiele -, viele Gedenkveranstaltungen haben bereits ihre eigene Tradition wie die Nacht der Jugend im Parlament. Trotzdem gibt es immer noch neue Aspekte zu erforschen, fordern bisher vernachlässigte Opfergruppen, aber auch wenig beachtete Widerstandsaktionen unsere Aufmerksamkeit.

Stadtteilarchiv Ottensen e.V.

Stadtteilarchiv Ottensen e.V.

Trailer zu Zug der Erinnerung

Zug der Erinnerung

Erinnerungskultur in Frankreich

Camps des Milles

In der Nähe von Marseille eröffnete 2012 die erste Gedenkstätte an ein französisches Internierungslager: Camps des Milles. Zuerst diente die alte Ziegelei zur Internierung von Deutschen - darunter viele KünstlerInnen, die aus Nazi-Deutschland geflohen waren wie Max Ernst oder Lion Feuchtwanger. Dann wandelte es sich in ein Deportationslager, aus dem heraus ca. 2000 Menschen - auch viele Kinder - nach Ausschwitz transportiert wurden.
Beim Konzept gehen die Betreiber neue Wege - bewusst wird angestrebt, eine Brücke in die Gegenwart zu schlagen, um ähnlichen Entwicklungen zukünftig rechtzeitig entgegenwirken zu können.

Zwangsarbeiter in Altona

Zwangsarbeiter in Altona - Louis Delanges

KZ Gedenkstätte Neuengamme

Aussenstellen Neuengamme
Dr. Gottfried Lorenz und Ulf Bollmann führten durch die Ausstellung
Zassenhaus

Zug der Erinnerung